Für den Einstieg in die Meeresaquaristik

Wenn man in die Meeresaquaristik einsteigen will so sollte man sich auch sehr für die im Meer herrschenden Verhältnisse und die dort herrschenden biologischen Zusammenhänge interessieren. Ein solches Aquarium kann unendlich viel Freude machen, aber auch Probleme bereiten wenn man sich nur nebenbei darum kümmert oder am falschen Ende spart.
Die Meeresaquaristik ist mit der heutigen Technik auch für denjenigen geeignet, der noch nie ein Aquarium vorher hatte oder eben vom Süßwasser aufs Meerwasser umsteigen möchte.
Im Vergleich der beiden Systeme kann gesagt werden, dass die Meeresaquaritik wesentlich mehr Möglichkeiten bietet was den Tierbesatz und die optische Gestaltung angeht als die die Süßwasseraquaristik. Die Anfangsinvestitionen an Technik und Zubehör sind jedoch um einiges höher als bei einem Süßwasseraquarium.

Es gibt 4 wichtige Faktoren, die dem Erfolg mit einem Meeresbecken zugrunde liegen:

  • Die Beleuchtung

    Nachdem Jahrzehnte lang HQI Brenner und Leuchtstofflampen die Becken beleuchteten so geht es seit einiger Zeit eindeutig in Richtung LED Technik. Inzwischen ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass die Lichtfarbe und Helligkeit ganz ausgezeichnet für die Korallen geeignet sind und auch das Preis / Leistungsverhältnis stimmt.

  • Die biologische Filterung

    Die biologische Filterung ist mit der wichtigste Faktor in einer Anlage. Das Aquariumwasser wird durch ein Mehrkammersystem geleitet, welches mit Korallenbruch befüllt ist. Hier sitzen die Bakterien, die schädliche Stoffe in unschädliche umwandeln oder diese gänzlich abbauen. Ohne dieses Filtersystem bleibt das Aquarium biologisch sehr instabil und schon kleine Veränderungen im Aquarium können zu erheblichen Problemen führen. Ausserdem stösst man sehr schnell an die Grenzen was den Besatz an Fischen angeht. Topffilter sind als Alleinfilter ungeeignet, das beim Schadstoffabbau entstehende Gase nicht entweichen können und diese so immer wieder ins Aquarium gepumpt werden.
    Man kann Topffilter gegebenenfalls zusätzlich zum Biofilter als Aktivkohlefilter einsetzen.
    Ebenfalls ungeeignet sind sogenannte Biobälle und andere künstliche Materialien als Befüllung für den Biofilter da diese nicht in der Lage sind Abfallprodukte wie Säure zu binden, das Wasser mit dem notwendigen Kalk anzureichern oder den Bakterien den nötigen Siedlungsraum zur Verfügung zu stellen, da diese Materialien nicht annähernd so porös sind wie Korallenbruch.
    Die Biofilter werden bei uns grundsätzlich auf Maß angefertigt und auf die Bedürfnisse des Aquariums abgestimmt. Dies ist billiger und platzökonomischer als fertige Filtersysteme für die Meeresaquaristik, die nach meinen nunmehr 25-jährigen Erfahrungen nur sehr bedingt funktionieren.

  • Die Abschäumung

    Wer schon einmal am Meer war wird sie kennen, die Schaumrollen am Strand. In einem Eiweißabschäumer wird dies künstlich erzeugt. Hier werden unter Zuhilfenahme von injizierter, feinperliger Luft Abprodukte, bei denen es sich meistens um Eiweißverbindungen handelt, aus den Wasser entfernt indem diese Eiweiße zu Schaum steif geschlagen werden und dann in einem Becher aufgefangen werden. Werden diese nicht entfernt kommt es im Aquarium zu einer Anreicherung von Giftstoffen, die schnell zum Tode der Tiere führen kann.
    Ausserdem sorgt der Abschäumer auch für den notwendigen Sauerstoffgehalt im Wasser des Aquariums. Eine richtige Dimensionierung ist also wichtig.

  • Die Strömung

    Die Strömung ist ein ebenfalls sehr wichtiger, oft unterschätzter Faktor. Gerade die Korallen benötigen eine gute und angemessen kräftige Strömung um leben und wachsen zu können.
    Strömungen werden im Aquarium normalerweise mit Pumpen erzeugt. Diese können dauernd in ihrer Leistung laufen oder aber intervallgesteuert eine meeresähnliche Strömung erzeugen, was natürlich besser ist aber auch seinen Preis hat.
    Auch dient die Strömung zur Wasserumwälzung der einzelnen Wasserschichten in einem Aquarium.
    Das waren kurz die 4 wichtigsten technischen Elemente in einem Meerwasseraquarium.

    Was Sie sonst noch brauchen:
    Wassertests, Behälter zum auffangen von Osmosewasser und zum anrühren von Meerwasser für den Wasserwechsel, Dichtemesser( Aärometer), Thermometer, Wasserzusätze, Futter, Kescher, Heizer.

    Hier nun weitere Punkte:

    -Beckengröße

    Durch die technische Entwicklung in der Meeresaquaristik ist es heute gut möglich auch in kleineren Aquarien ein gutes Klima zur Halterung von Meerestieren zu erreichen. Trotzdem gilt immer: Je größer desto besser.
    60 bis 80 Liter sollten es mindestens sein. Man darf nicht vergessen, dass man, im Gegensaz zum Süßwasseraquarium, sehr viel Wasserverdrängung durch den Riffaufbau hat. Der Nettowasserinhalt ist dann wesentlich geringer, was dann wiederum Einschränkungen beim Besatz zur Folge hat. Auch gilt: Desto weniger Wasser desto instabiler. Dann können sich selbst kleinere Probleme schon stark auswirken.
    Wenn man es richtig anfängt, so kann auch ein kleines Aquarium viel Freude bereiten!

    Für größere Anlagen, mit Filtebecken, sollten es schon ca. 300 Liter sein. Dann bekommt man auch das Filterbecken gut unter das Aquarium.

    -lebende Steine

    Lebende Steine dienen dazu, die Bakterienflora aus dem Meer ins Aquarium einzubringen. Dies sollte sinnvollerweise erst in einer bestimmte Phase des Einfahrens des Aquariums geschehen. Ein Aquarium gänzlich mit lebenden Steinen macht meiner Erfahrung nach keinen Sinn und ist für den Kunden nur unnötig teuer.

    -Dekomaterialien

    Hier kommen alle Gesteinsformen in Betracht, die für die Meeresaquaristik geeignet sind.
    Wir werden Sie gern beraten.
    Nicht geeignet ist zu Beispiel jugoslawisches Lochgestein, Schiefer und ähnliches, wie es billig für die Süßwasseraquaristik angeboten wird. Diese Gesteinsarten können metallische Einschlüsse haben die sich, vom Wasser herausgewaschen, negativ auf das Korallenwachstum auswirken können.
    Auch beim Bodengrund sollte man darauf achten, dass dieser für die Meeresaquaristik geeignet ist.

    -PVC Materialien

    Hier ist auf Material aus dem Baumarkt zu verzichten, da dieses Weichmacher abgeben kann. Bei uns erhalten Sie Rohre und Fittinge, die sie bedenkenlos einsetzen können.

    -Meersalz

    Die heutigen Salzmischungen sind von ausnahmslos guter Qualität. Allerdings sollte man hier nicht sparen. Salze, die eine ausgezeichnete Qualität aufweisen, gibt es nur sehr wenige. Diese sind aber unbedingt „nur guten“ Salzen vorzuziehen, da es sich hier um die Grundlage der Haltbarkeit aller Meerestiere in einem Aquarium überhaupt geht !

    -Osmoseanlage und deren Wasser

    In einer Osmoseanlage wird das Leitungswasser unter hohem Druck durch eine feine Membran gedrückt , die schädliche Bestandteile wie Nitrite, Nitrate, Phosphate, Kieselsäure, Chlor usw. zurückhält. Für den Menschen sind diese meist ungefährlich sofern sie nicht bestimmte Grenzwerte überschreiten. In einem Meeresaquarium können zum Beispiel erhöhte Mengen an Kieselsäure zu permanent vorhandenen braunen Belägen aus Kieselalgen führen, die nicht nur unschön aussehen, sondern beim Absterben wiederum Schadstoffe freisetzen.
    Vielfach wird die Meinung vertreten, dass gerade in einer Großstadt eine Aufbereitung des Leitungswassers für ein Meerwasseraquarium nicht nötig ist. Gerade die neuere Vergangenheit hat aber gezeigt, dass sich die Zusammensetzung des Leitungswasser ständig ändern kann, meist zum Nachteil für das Aquarium.
    Grundsätzlich ist zur Anschaffung einer Osmoseanlage zu raten um eventuell auftretenden Problemen schon im Vorfeld zu begegnen.

    Häufig auftretende Fragen

    -Kann ich mein Süßwasseraquarium in ein Meeresaquarium umwandeln ?

    Grundsätzlich ist dies schon möglich sofern es die schon beschriebene Größe besitzt. Allerdings ist in der Meeresaquaristik ein Oberflächenablauf in den Biofilter notwendig. Dies geschieht meist druch eine Lochbohrung in der Seitenscheibe oder im Boden. Ist diese in einem ehemaligen Süßwasserbecken nicht vorhanden gibt es technische Lösungen, die einen Oberflächenablauf auch ohne Bohrung erzeugen kann.
    Am Ende ist es aber oft günstiger ein komplett neues Aquarium anfertigen zu lassen, dass allen Ansprüchen innerhalb einer kompletten Anlage gerecht wird.

    -Kann ich das Aquarium auch mal allein lassen ?

    Grundsätzlich schon. Es kommt auf die Zeit an. Ein bis drei Wochen sind schon möglich, wenn mit Hilfe von Automatiken das verdunstete Wasser nachgepumpt wird und ein Nachbar ca. 2 mal die Woche nach dem Rechten sieht, füttert und die wichtigsten technischen Gerätschaften auf Ihre Funktion überprüft. Wir bieten auch einen Urlaubservice an.

    -Was macht ein solches Aquarium für Arbeit ?

    Täglich muss gefüttert und das verdunstete Wasser aufgefüllt werden.
    Das nimmt vielleicht 5 Minuten in Anspruch.
    Wöchenlich müssen Spurenelemente nachgefüllt , die Scheiben geputzt, Abschäumer gereinigt und ca. 5 % Wasser gewechselt werden. Dies kann aber auch alle 2 Wochen 10 % sein. Dies dauert alles in allem vielleicht 30 Minuten.
    Einmal im Monat sollte man die wichtigsten chemischen Wasserwerte kontrollieren. Dauer: ca. 30 Minuten.
    Einmal jährlich muss die Hälfte des Bodengrundes und die Hälfte des im Biofilter befindlichen Korallenbruches ausgewechselt werden. Dauer : ca. 2 Stunden.
    Ausserdem müssen einmal im Jahr alle Leuchtmittel gegen neue ersetz werden. Dies betrifft die HQI Brenner ebenso wie die Leuchtstofflampen. Dauer : ca. 1 Stunde.
    Für die Wassernachfüllung und die Spurenelementedosierung gibt es Technik, die dies automatisch macht, was wirklich eine Erleichterung darstellt aber auch etwas kostet.
    Grundsätzlich muss man alles so machen wie es das Aquarium erfordert. Dies kann etwas weniger oder etwas mehr Aufwand bedeuten als die oben beschriebenen Faustregeln aussagen.

    -Kann ich gebrauchte Technik kaufen ?

    Im Prinzip schon. Doch es bleibt zu bedenken dass Sie nicht wissen wie lange diese Technik tatsächlich schon im Einsatz war. Auch sind viele Leute nicht in der Lage zu erkennen ob es sich um aktuelle Technik handelt oder um Technik die so alt ist, dass es schwierig wird diese zu reparieren oder Ersatzteile zu besorgen. Allein ein guter optischer Eindruck ist noch kein Indiz für aktuelle Technik ! Zu vielen Kunden mussten wir leider schon sagen, dass diese Pumpe , oder was auch immer, nicht mehr zu reparieren ist oder die Reparatur sehr teuer wird !
    Ausserdem ist zu bedenken, dass Sie ja für solche Geräte keinerlei Gewährleistung bekommen !

    Nun haben wir die wichtigsten, aber noch nicht alle Punkte angerissen.
    Sollten Sie sich zum Einstieg in die Meeresaquaristik entschlossen haben, sind weitere Beratungsgespräche notwendig.
    Um den genauen Preis eine Anlage zu berechnen benötigen wir die Maße des Aquariums. Dann sind wir in der Lage ein komplettes Preisangebot zu erstellen.
    Gerne bauen wir Ihnen die Anlage auch auf.
    Die Anlieferung ist bei uns grundsätzlich kostenlos.
    Wir haben bis heute schon sehr viele Anlagen aufgestellt, von denen alle, sofern sie noch vorhanden sind, funktionieren.
    Einige davon können Sie auf dieser Internetseite unter Aquarienbeispiele sehen.

    Sollten Sie noch Fragen haben, dann rufen sie uns an !

    Viel Spaß auf dieser Seite wünscht Ihnen das Berliner-Seewasser-Center

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